Rohstoffe sind die Basis und der Motor der weltweiten Wirtschaftssysteme. Dies gilt insbesondere für fossile Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Ihre Nutzung ermöglicht die wirtschaftliche Entwicklung und den technologischen Fortschritt, auf dem der Wohlstand der Industrieländer basiert. Doch fossile Ressourcen, ebenso wie Mineralien, Metalle oder land- und forstwirtschaftlich nutzbare Flächen, stehen nur in begrenztem Umfang zu Verfügung. In Hinblick auf die Chancen und Möglichkeiten künftiger Generationen ist ein schonender und effizienter Umgang mit den natürlichen Ressourcen unumgänglich. Dies betrifft die Schonung begrenzter Rohstoffvorkommen, aber auch den Schutz des Klimas und der Umwelt, den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit und Diversität sowie die sichere Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen sind neue Wirtschaftskonzepte und Strukturen erforderlich. Die Bioökonomie soll durch nachhaltiges Wirtschaften auf Basis biologischer Ressourcen einen Beitrag zur Lösung der Herausforderungen leisten. Ihr Ziel ist es, die primär auf der Nutzung endlicher, fossiler Ressourcen basierenden Wirtschaftssysteme umzugestalten und durch die effiziente Verwertung biologischer Ressourcen nach dem Vorbild der Kreislaufwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.
Dabei soll sie nicht nur bestehende Strukturen ersetzen, sondern einen umfassenden Transformationsprozess einleiten und eine Weiterentwicklung der globalen Wirtschaftssysteme bewirken.

 

Stellungnahmen der Mitglieder des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern

  • "Bioökonomie wird neben der Verwendung nachhaltiger Rohstoffe auch Veränderungen in Geschäftsprozessen hervorrufen sowie branchenübergreifende Kooperation erfordern. Nachhaltige Innovation, die Vereinbarung von Gewinn- und Gemeinwohlorientierung sowie Komplexitätsmanagement werden wichtige Unternehmensprinzipien. Politik und Gesetzgeber müssen entsprechende Rahmenbedingungen schaffen."
    Dr. Michael Gass

  • "Die Entwicklung der Bioökonomie sollte nicht auf Subventionen basieren, sondern auf der Förderung der Nachfrage nach fortschrittlichen Produkten und Technologien, die auch strengere Normen erfüllen und die die Ausbeutung begrenzter Ressourcen verringern. Eine Bioökonomie-Strategie sollte sich vor allem auf Produkte mit hoher Wertschöpfung und einer Kaskadennutzung von Biomasse beziehen."
    Dr. Friedrich von Hesler

  • "Das bioökonomische Handeln in der Wirtschaft genauso wie im privaten Sektor ist mittel- und langfristig der einzig mögliche Weg, und zwar ohne Begrenzung auf einige Länder oder Regionen. Den Aufbau des dazu notwendigen Knowhows leisten vielfach Forschung und Entwicklung an Universitäten, wissenschaftlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen der Wirtschaft. Die vielschichtige Umsetzung des erarbeiteten Knowhows ist dann eine gesellschaftliche Aufgabe, die durch das Schaffen zielorientierter Rahmenbedingungen begünstigt werden kann, wozu auch ein umfangreicher Wissenstransfer u.a. an Schulen, Universitäten, öffentlichen Einrichtungen und in den Medien beitragen muss."
    Dr. Wolfgang Kraus

  • "Für mich ist der Kernpunkt der Bioökonomie, dass man für nachwachsende Rohstoffe Lösungen findet, um die Konkurrenz zwischen der technischen Nutzung und der Nutzung als Lebensmittel zu vermeiden."
    Prof. Dr. Horst-Christian Langowski

  • "In der Bioökonomie sehe ich eine der notwendigen Voraussetzungen zur Lösung wichtiger globaler Herausforderungen wie der Nahrungsmittelsicherung für eine wachsende Bevölkerung, der nachhaltigen Sicherung der Ressourcenbasis und der Begegnung des Klimawandels."
    Prof. Dr. Iris Lewandowski

  • "Eine wissensbasierte, auf biogenen Ressourcen aufbauende, rohstoffeffiziente und an natürlichen Stoffkreisläufen orientierte Wirtschaft muss Lösungen für globale Herausforderungen bereitstellen und unsere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen mindern. Darüber hinaus werden Lösungen für Ziel- und Interessenskonflikte in der Erzeugung und Nutzung nachwachsender Ressourcen benötigt."
    Prof. Dr. Klaus Richter

  • " „100 % BIO“ beweist den Erfolg nachhaltigen Wirtschaftens. Ich bin überzeugt: Die „Bio-Ökonomie“ ist die einzig vernünftige, ethisch vertretbare Wirtschaftsweise!"
    Barbara Scheitz

  • "Bioökonomie beinhaltet die nachhaltige industrielle Nutzung biologischer Ressourcen. Sie ist gerade in Bayern von Bedeutung, da sie Agrarproduktion mit Hochtechnologien verbindet und eine umweltschonende Lebensweise ermöglicht. Die Bioökonomie ist schon heute präsent, kann aber mit der Entwicklung effizienterer Verfahren deutlich ausgebaut werden."
    Prof. Dr. Volker Sieber

  • "Bioökonomie ist als In-Wert-Setzung der Natur eine ethische Herausforderung. Es gilt, einerseits die wirtschaftlichen Potenziale der Natur zu erkennen und systemisch zu nutzen, andererseits den Eigenwert der Natur als Schöpfung nicht aus dem Blick zu verlieren und ihr nachhaltig Geltung zu verschaffen."
    Prof. Dr. Markus Vogt

 

Der Sachverständigenrat

Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern wurde 2015 durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einberufen. Als unabhängiges Beratungsgremium erarbeitet er Empfehlungen und gibt Impulse für die Entwicklung einer bayerischen Bioökonomiestrategie.

Den Rat kennenlernen

Die Bioökonomie

Die Bioökonomie beschreibt die Transformation zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise. Sie basiert auf dem Wissen über biologische Prozesse und der Nutzung dieses Wissens für die Entwicklung von Technologien und innovativen Produkten.

Bioökonomie kennenlernen

Stellenausschreibung

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir eine/n Mitarbeiter/in für die Geschäftsstelle.

Zur Stellenausschreibung