Ansatz der Bundesregierung

Bioökonomie bezeichnet die wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Es ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, mit Hilfe von Forschung und Innovation einen Strukturwandel von einer erdöl- hin zu einer biobasierten Industrie zu ermöglichen. Dieser Wandel ist verbunden mit großen Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, international Verantwortung für die Welternährung, Rohstoff- und Energieversorgung aus Biomasse sowie den Klima- und Umweltschutz zu übernehmen.

Nationale Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030
Zwischen 2010 und 2016 wurden im Rahmen der > Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 der Bundesregierung 2,4 Milliarden Euro für Forschung zur Umsetzung einer wissensbasierten Bioökonomie zur Verfügung gestellt. Hierfür wurden fünf prioritäre Handlungsfelder definiert:

  • Weltweite Ernährungssicherheit
  • Nachhaltige Agrarproduktion
  • Gesunde und sichere Lebensmittel
  • Industrielle Nutzung nachwachsender Rohstoffe
  • Energieträger auf Basis von Biomasse

Nationale Politikstrategie Bioökonomie
Neben der Forschungsstrategie wurde unter Federführung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 2013 die > Nationale Politikstrategie Bioökonomie beschlossen. Die Strategie baut auf der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie auf und ist eng verbunden mit der Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030. Ziel der Strategie ist die Stärkung einer biobasierten Wirtschaft und die Nutzung von Potenzialen nachhaltigen Wirtschaftens.

Neue Bioökonomie-Strategie 2019
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben im Oktober 2018 erklärt, ihre Aktivitäten im Bereich der Bioökonomie zu bündeln. Die politische Verzahnung der bisherigen Arbeiten erfolgt durch die Erarbeitung einer > Gesamtstrategie zur Bioökonomie. Die Grundlage hierfür bilden der Agendaprozess zur Weiterentwicklung der Nationalen Forschungsstrategie und der Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Nationalen Politikstrategie. Nach aktueller Planung wird die neue Gesamtstrategie im Jahr 2019 veröffentlicht.

Bioökonomierat der Bundesregierung
Um Zielkonflikte zwischen diesen Handlungsfeldern aufzulösen, werden ganzheitliche Ansätze benötigt, die gleichermaßen ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Belange berücksichtigen und integrieren. Ernährungssicherheit muss vor industriellen und energetischen Nutzungsformen stets Vorrang haben. Das Erreichen der Ziele in den jeweiligen Handlungsfeldern erfordert neue Impulse, die durch Interdisziplinarität, internationale Zusammenarbeit, Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie gesellschaftlichen Dialog gezielt gefördert werden. Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung 2009 den > Bioökonomierat als unabhängiges Beratungsgremium einberufen. Die Ratsmitglieder nutzen ihre breite Expertise um nachhaltige Lösungen in einem globalen Kontext anzubieten und die Bundesregierung bei der Umsetzung der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" sowie der „Nationalen Politikstrategie Bioökonomie" zu beraten. Darüber hinaus fördert der Rat den gesellschaftlichen Dialog, um die Akzeptanz für den Strukturwandel zu fördern.

Politische Förderung in Bayern
In Bayern hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) ein Konzept für die Bioökonomie auf Landesebene erarbeitet. Mit der Broschüre >„Bioökonomie für Bayern zeigt das StMELF Praxisbeispiele und Umsetzungspotenziale der Bioökonomie in Bayern auf. Dabei steht neben der Wirtschaft auch der Konsument im Fokus. Zentrale Leitthemen für die Entwicklung einer biobasierten und an natürlichen Stoffkreisläufen orientierten Wirtschaftsweise in Bayern fasst das StMELF in fünf Handlungsfeldern zusammen:

  • Nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln und Biomasse
  • Entwicklung und Verbesserung biobasierter Produkte
  • Schaffung politischer Rahmenbedingungen
  • Ausbau der (inter)nationalen Vernetzung
  • Kommunikation sozioökonomischer Vorteile

Der Sachverständigenrat

Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern berät das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie zur Weiterentwicklung der Bioökonomie. Als unabhängiges Beratungsgremium erarbeitet er Empfehlungen und gibt Impulse für die Entwicklung einer bayerischen Bioökonomiestrategie.

Den Rat kennenlernen

Die Bioökonomie

Die Bioökonomie beschreibt die Transformation zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise. Sie basiert auf dem Wissen über biologische Prozesse und der Nutzung dieses Wissens für die Entwicklung von Technologien und innovativen Produkten.

Bioökonomie kennenlernen

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok