Politische Förderung der Bioökonomie

Bioökonomie bezeichnet die wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen. Es ist das erklärte Ziel der Politik mit Hilfe von Forschung und Innovation einen Strukturwandel von einer erdöl- hin zu einer biobasierten Industrie zu ermöglichen. Dieser Wandel ist verbunden mit großen Chancen für Wachstum und Beschäftigung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, globale Verantwortung für die Welternährung, Rohstoff- und Energieversorgung aus Biomasse sowie den Klima- und Umweltschutz zu übernehmen.

Europäische Bioökonomiestrategie

Die Europäische Union verabschiedete im Jahr 2012 eine > europäische Bioökonomiestrategie. Diese Strategie befasst sich mit der Produktion erneuerbarer, biologischer Ressourcen und ihrer Umwandlung in lebenswichtige Produkte und Bioenergie. Nach einer ausgiebigen Konsultationsphase wurde im Jahr 2018 eine Aktualisierung der Bioökonomiestrategie veröffentlicht. Dieser Aktionsplan für eine nachhaltige und kreislauforientierte Bioökonomie beabsichtigt die Einführung einer europäischen Bioökonomie zu beschleunigen. Neben dem Ziel, einen signifikanten Beitrag zur Agenda 2030 zu leisten, verfolgt die Strategie drei Hauptziele:

  • Ausweitung und Stärkung der biobasierten Sektoren
  • Schnelle europaweite Einführung der Bioökonomie
  • Schutz des Ökosystem und Erforschung der ökologischen Grenzen der Bioökonomie

Nationale Bioökonomiestrategie

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben ihre Aktivitäten im Bereich der Bioökonomie gebündelt und gemeinsam eine Gesamtstrategie der Bioökonomie erarbeitet. Die Anfang des Jahres 2020 veröffentlichte > Nationale Bioökonomiestrategie baut auf der > Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 des BMEL sowie der > Nationalen Politikstrategie Bioökonomie des BMBF auf. Die Bündelung der Strategien verbindet und verzahnt dabei die bisherigen Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung.

Ziel der Nationalen Bioökonomiestrategie ist die Förderung einer biobasierten, kreislauforientierten und nachhaltigen deutschen Wirtschaft. Innovationen spielen dabei eine zentrale Rolle. Mit der Strategie legt die Bundesregierung die Leitlinien der Bioökonomiepolitik fest und bietet einen kohärenten Rahmen zur Umsetzung von Maßnahmen.

Die strategischen Ziele für Forschungsförderung und politische Rahmensetzung sind wie folgt definiert:

  • Bioökonomische Lösungen für die Nachhaltigkeit entwickeln
  • Potenziale der Bioökonomie innerhalb ökologischer Grenzen erkennen und erschließen
  • Biologisches Wissen erweitern und anwenden
  • Ressourcenbasis der Wirtschaft nachhaltig ausrichten
  • Deutschland zum führenden Innovationsstandort der Bioökonomie ausbauen
  • Gesellschaft einbinden, nationale und internationale Kooperationen intensivieren

Bioökonomie in Bayern

In Bayern hat das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) ein Konzept für die Bioökonomie auf Landesebene erarbeitet. Mit der Broschüre >„Bioökonomie für Bayern“ zeigt das StMELF Praxisbeispiele und Umsetzungspotenziale der Bioökonomie in Bayern auf. Dabei steht neben der Wirtschaft auch der Konsument im Fokus. Zentrale Leitthemen für die Entwicklung einer biobasierten und an natürlichen Stoffkreisläufen orientierten Wirtschaftsweise in Bayern fasst das StMELF in fünf Handlungsfeldern zusammen:

  • Nachhaltige Erzeugung von Lebensmitteln und Biomasse
  • Entwicklung und Verbesserung biobasierter Produkte
  • Schaffung politischer Rahmenbedingungen
  • Ausbau der (inter)nationalen Vernetzung
  • Kommunikation sozioökonomischer Vorteile

Seit Anfang 2019 obliegt die Federführungim Bereich der Bioökonomie dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi). Das Staatsministerium baut auf den Arbeiten des StMFEL auf und entwickelt aktuell eine Bioökonomiestrategie für den Freistaat Bayern. Diese Strategie soll konkrete Maßnahmen definieren, um den Einsatz fossiler Rohstoffe und die Emission von CO2 in Bayern signifikant zu reduzieren. Der > Strategieprozess zur Erarbeitung einer bayerischen Bioökonomiestrategie baut auf den bestehenden Arbeiten des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern auf und wird durch weitere Bewertungen und Analysen zentraler Stakeholder ergänzt.

Der Sachverständigenrat

Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern berät das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie zur Weiterentwicklung der Bioökonomie. Als unabhängiges Beratungsgremium erarbeitet er Empfehlungen und gibt Impulse für die Entwicklung einer bayerischen Bioökonomiestrategie.

Den Rat kennenlernen

Die Bioökonomie

Die Bioökonomie beschreibt die Transformation zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise. Sie basiert auf dem Wissen über biologische Prozesse und der Nutzung dieses Wissens für die Entwicklung von Technologien und innovativen Produkten.

Bioökonomie kennenlernen

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok